Achtsamkeit

Sogyal Rinpoche

 

 

 

 

"In ihrer magischen Einfachheit führt

Achtsamkeit zu einer Geistesgegenwart und zu einem Frieden,

der gesund und erdverbunden,

klar, freudig und wach und voller Mitgefühl und Weisheit ist"

So drückt es der tibetische Meditationsmeister Sogyal Rinpoche aus und benennt damit die wichtigsten Geistes-Eigenschaften, die durch Achtsamkeit erworben werden können.

 

Achtsamkeit ist eine Ausrichtung des Bewusstseins - für den westlich geschulten Geist klingt das zunächst verwirrend. Denn es geht nicht darum, worauf ich meine Konzentration richte, sondern wie ich es tue. Achtsamkeit bedeutet, sich ganz am einzigen Ort aufzuhalten, der uns zur Verfügung steht: in der Gegenwart.

 

Achtsam zu sein heißt, die Welt so wahrzunehmen wie sie wirklich ist - und sich selbst auch. Kernpunkte sind eine beobachtende, akzeptierende (aber nicht gleichgültige) Grundhaltung, Urteilslosigkeit, aber auch Neugier ohne Veränderungswunsch.

 

Unser Geist hat einen gewohnheitsmäßigen Hang zur Ablenkung. Wir denken an die Sorgen von morgen und den Streit von gestern, an Wunschziele oder verpasste Chancen, an den letzten Urlaub oder den nächsten Termin. Unser Geist ist rastlos, wie ein Affe, der durch den Urwald turnt, immer auf der Suche nach der nächsten Banane.

 

Die Zeit in der wir leben, gibt dem Affen zusätzlich Zucker. Unzählige Möglichkeiten der Ablenkung buhlen um unsere Aufmerksamkeit, Informationen können uns an jedem Ort zu jeder Zeit erreichen.

 

Achtsamkeit wirkt dem sehr effektiv entgegen. Wer diese Form des Gewahrseins übt und in sich kultiviert, hat mehr vom Leben. Mehr Freude in guten Zeiten, weniger Illusionen in schlechten. Mehr Konzentration in unruhigen Phasen, weniger innere Aufgekratztheit in ruhigen. Mehr Vertrauen ins Leben, weniger Täuschungen und damit Ent-täuschungen. Insgesamt führt Achtsamkeit zu einem besseren Zugang zu sich selbst und zu einem bewussteren Umgang mit anderen.

 

Seit 2011 leite ich eine Achtsamkeitsgruppe in Karlsruhe, eine Teilnahme an den monatlichen Treffen ist möglich. Einfach eine Mail schreiben.



Thich Nhat Hanh

 

 

 

"Wenn wir nicht ganz
wir selbst sind,
wahrhaft im
gegenwärtigen
Augenblick,
verpassen wir alles."

Mein Zugang zur Achtsamkeit
Beschrieben in einem Artikel für die Zeitschrift "Zeitzeichen"
Kein Buddhist.pdf
PDF-Dokument [1.3 MB]

Innere Achtsamkeit üben - Anleitungen

Immer wieder möchten Teilnehmer meiner Seminare weiter mit Anleitung üben, deshalb habe ich hier drei kurze Übungsanleitungen aufgenommen. Zuvor noch ein paar Tipps:

 

Vorbereitung

Wer bereits meditiert, kann sich in die gewohnte Haltung begeben. Es genügt aber auch ein Stuhl. Die Füße flach auf dem Boden, aufrecht hinsetzen, nicht steif, aber auch nicht reinhängen; den Oberkörper leicht nach vorne und nach hinten beugen, bis er in Balance ist, danach den Kopf auf die gleiche Weise ins Gleichgewicht bringen, das Kinn eine Idee in Richtung Brust bewegen. Die Augen kannst du schließen.

 

Umgang mit Irritationen

Bei Hustenreiz: Husten.  Bei Juckreiz: Kratzen. Möglich ist es ebenfalls, solche Reize in die innere Beobachtung mit einzubeziehen.

Wenn du bemerkst, dass Gedanken dich forttragen: Lächle und kehre zur Beobachtung zurück. 

Wenn du unkonzentriert bist und deshalb inneren Druck oder Unzufriedenheit verspürst: Lächle und kehre zur Beobachtung zurück, versuche nichts zu wollen. Achtsamkeit ist nichts, was ein Ziel hat, nichts, was man „macht“. Achtsamkeit ist eine reine und urteilslose Form der Wahrnehmung, die in jedem Menschen zu jeder Zeit vorhanden ist. Die Übung dient dazu, den "inneren Beobachter" in sich zu finden. 

Und wenn dein Geist unzufrieden ist, dann beschäftige ihn doch mit dem Widerspruch, dass Ziellosigkeit ein Ziel der Achtsamkeitspraxis ist.

Achtsam den Atem beobachten
Atemmeditation.mp3
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Achtsam den Körper beobachten
Körper-Meditation.mp3
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Achtsam Entspannung finden
Entspannungsmeditation.mp3
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